Andreas Hülber

Interior Designer

Ich wurde 1963 in Wien geboren und habe an vielen Orten der Welt gelebt. Seit 1990 arbeite ich als selbständiger Designer in Wien, erst unter dem Label Utraque Iungo als Möbeldesigner, seit 2001 in meiner Agentur design orange moon.

Mein Leben bis jetzt und warum ...

  • 1. Juli 1963
    Meine Eltern sind erstaunt: Ich komme auf die Welt und habe keine Ahnung, was aus mir werden soll.
  • 5.September 1973
    Man sperrt mich in eine Anstalt, um mir fremde Sprachen und Mengenlehre beizubringen. Das drückt aufs Gemüt.

  • 20. November 1973
    Meine Mutter gibt den Kampf um ihr Leben auf und verschiebt diesen Wunsch auf später.

  • 8. Juni 1981
    Eine Kommission befindet, ich hätte ausgezeichnete Kenntnisse in Fremdsprachen und mäßige in Mengenlehre erworben und erklärt mich folgerichtig für reif.

  • 20. September 1981
    Eine ganz andere Kommission nimmt ebendies zum Anlaß, mich zur Verteidigung meines Landes in Form eines Dienstes beim Roten Kreuz abzustellen.

  • 5. August 1986
    Die dritte und bisher letzte Kommission meines Lebens übersieht mein völliges Desinteresse an den Wirtschaftswissenschaften und verleiht mir irrtümlich einen akademischen Titel. Mein Vertrauen in Kommissionen erlischt damit völlig.

  • 20. Oktober 1986
    Schreiben können Sie ja, meinten Herr Puttner und Herr Bates (oder ihre irdischen Vertreter) aber Sie sind überqualifiziert. Sie überhören meinen Einwand, daß die Kommissionen an diesem Eindruck schuld seien.

  • 20. September 1987
    Die mir angebotenen Jobs in der Raiffeisen-Zentralbank und bei einer Maschinenfabrik veranlassen mich, ein Visum nach Australien zu beantragen.

  • 5. September 1988
    Ich werde bei Christie’s Education in London für ein Jahr aufgenommen. Inhalt des Lehrgangs: den eigenen Augen zu trauen und nichts nachzuplappern.

  • 8. Oktober 1989

    Rosemarie Schwarzwälder erklärt sich bereit, meine Unkenntnis der zeitgenössischen Kunst vorläufig zu ignorieren. Ich bin im Gegenzug bereit, für Sie in mehreren Sprachen Briefe zu schreiben und auf Kunstmessen lächelnd neben ihr zu stehen. Ich lerne viel von ihr.

  • 5. Februar 1990

    Ich lehne ein Angebot der Marlborough Gallery ab, Schieles und Kokoschkas quer durch Europa aufzuspüren, und bin nicht ganz sicher, warum. Aber es macht Eindruck bei der Marlborough Gallery.

  • 10.Juni 1990

    Prof. Stemberger mag meine Idee vom hängenden Glastisch und beauftragt mich, seine Klinik einzurichten und ein Logo zu entwerfen.

  • 2. August 1990

    Ich erhalte den Gewerbeschein zur Gestaltung der äußeren Form von Waren: Keine Vorbildung oder Prüfung nötig. Soviel zum Niveau des Designs in Österreich.

  • 10. April 1991

    Ich reise zu meiner ersten Messe in einem Golf. Darin gut verpackt: Ein Messestand, drei Möbelstücke, 100 Kataloge und ein Mitarbeiter.

  • 10. Dezember 1991

    Im Café Prückel spricht mich eine Angestellte des MAK an. Ob ich die Möbel, an denen ich da zeichne, auch baue. Zwei Wochen später gebe ich mein erstes ORF-Interview.

  • 20. September 1992

    Angelo Mangiarotti beschließt, dass mein Messestand den ersten Preis verdient hat. Was niemand weiß: Der durchschnittliche Messestand kostet etwa das Fünfzigfache von meinem Entwurf.

  • 13. Februar 1993

    Eine Bank, die anders ist als andere, will Möbel, die das widerspiegeln. Ich gewinne eine Präsentation gegen Bene&Co.

  • 12. August 1993
    „I bins, da Lang“ sagt der Galerist, „des is a klasser Tisch“. Er ersteht einen „IC“ und lädt mich ein, an seiner Sommerausstellung teilzunehmen
    .
  • 28. Mai 1994

    Die Möbel passen wie im Traum in den rechten Flügel des Jagdschlosses; leider ist den meisten Besuchern der Weg in die Steiermark zu weit – mein größter Mißerfolg.

  • 15. September 1994

    Wenn das Institut für Bildnerische Erziehung Möbel braucht, ist das auch ein Bildungsauftrag. Ob meine a.o. Gastdozentur sich auswirken wird?

  • 8. Juli 1995

    „Das soll zeitlos sein, so richtig wahnsinnig, so daß einem alles wegbleibt, so anders“. Ein frühbarockes Haus am Ulrichsplatz wird behutsam ergänzt.

  • 20. Mai 1995

    Auf der Schloßterrasse von Ernegg stehen ganz proletarische Heurigenbankerln. Das muß sich ändern.

  • 5. Mai 1996

    Ich entdecke, daß ein Möbelproduzent einen meiner ersten Entwürfe nachbaut. Ich habe es also geschafft! Ich fühle mich in die Hall of Fame des Möbeldesigns aufgenommen!

  • 1. Oktober 1996

    Eine LKW-Ladung Kunstwerke aus England ordne ich zuhause bei Wittgensteins um meine Möbel : und siehe, das Haus fühlt sich wohl und erwacht zu neuem Leben.

  • 20. November 1996

    „Nur Autos allein sind fad“, meint der Autohändler, „wir wollen was Lebendiges.“ Ich setze gelbe Opelfische in Aquarien aus Stahl und Glas, die aussehen, als wären sie gerade gelandet.

  • 24. Oktober 1998   
    Mein Geschäftslokal in der Wiener Teinfaltstraße wird nach 20 Tonnen Schutt, einer halben Tonne Farbe und 800 m Kabel doch noch eröffnet.

  • 28. Dezember 1998   
    Eine Rechtsanwaltskanzlei übernimmt ihre drei neuen Konferenzzimmer und den Empfangsraum nach hartem, zähem Kampf mit den Auftraggebern. Der Kampf hat sich gelohnt, alle sind zufrieden.

  • 15. Juni 1999   
    Ich entgehe dem Versuch, mich um eine unbekannte, höhere Summe zu betrügen, um ein Haar. Danke, Frank, ich habe was gelernt.

  • 14. Oktober 1999   
    Eine internationale Betriebsberatung freut sich sehr, daß doch noch eine passende Einrichtung für die durch den Architekten komplizierten Räume gefunden werden konnte.

  • 8. September 2000   
    Ich wollte immer schon eine Kirche einrichten. Ich bekomme den Auftrag, einige Stücke für den Malteser Ritter-Orden zu entwerfen. Es wurde keine Kirche, aber Mailberg hat etwas Sakrales an sich,

  • 10. Oktober 2000   
    Alles rund um mich ändert sich. Ich beschließe, mich von einigen Lasten zu befreien. Ich glaube, jetzt ist meine Zeit.

  • 25. November 2000   
    Ich habe das Gefühl, alles zu verlieren. Das passiert, sagt man, wenn man zum Punkt kommt. Ich habe keine Ahnung, was der Punkt ist.

  • 31. Dezember 2000   
    Das wird ein wunderbares Jahrtausend! Ich fange neu an und hüte mich davor, zurückzuschauen.

  • 17. Februar 2001   
    Rosen sind wieder rot, der Himmel wird langsam blau und ich zeichne endlich Dinge, die keinen anderen Zweck haben, als zu mir zu passen und mir wachsen zu helfen.

  • 2. August 2001
    Ich schieße mich selbst auf den Mond und richte mich dort häuslich ein: Gründung von design orange moon.

  • 21. Juni 2002
    Ich segle ruhig weiter, wenn der Mast auch bricht; mein Vater war Begleiter, ab jetzt ist er es nicht.

  • 3. September 2003
    Der Code der Zeit: Alles hat einmal ein Ende, nur die Banane hat zwei. Ein Auftrag der EAN/GS1 gibt mir die Gelegenheit, zusammen mit einem Keramikkünstler eine Ausstellung in der Wiener Hofburg zu konzipieren: „Der Code der Zeit“.

  • Sommer 2004
    Das Pult ist das Zentrum der Bühne, sagte der Moderator. Prof. Nikolaus Hartig inspiriert mich, HiTech-Pulte zu bauen und wird mein Mentor.

  • Frühjahr 2005
    Endlich einmal ein internationaler Auftrag: In Wien. Die IAEA engagiert mich für diverse grafische Projekte.

  • Herbst 2006
    Eine hübsche Volleyballerin findet mich witzig und sympathisch. Ich bin von ihrem großen Herzen beeindruckt. Heidi wird die Mutter meiner Kinder und bringt praktischerweise schon eines mit.

  • Mai 2007
    Caspar van Baldersheim, mein treuer Freund, wird erlöst. Mein Hund wurde fast 13 Jahre alt; todkrank stirbt er auf dem Rücksitz meines Autos auf der Fahrt zum Tierarzt.

  • Herbst 2008
    Ich beziehe ein hässliches Büro an einer feinen Adresse. Umgekehrt wäre vielleicht besser. Von der Johannesgasse siedelt mein Studio ins Museumsquartier, Hintereingang.

  • Juni 2009
    Der Marienkäfer ist heil gelandet: Meine Tochter Marie wird geboren. Mein schönster Entwurf!

  • Juni 2012
    Benedictus qui venit: Mein Sohn ist quicklebendig und quietschvergnügt. Wie alle unsere Kinder ist er auch Zwilling und die ganze Familie wechselbadet gemeinschaftlich in großen Gefühlen.

  • November 2018
    Ein feines Büro an einer feinen Adresse – 10 Jahre später hat es geklappt. Mein Designstudio zieht um in die Prinz Eugen-Straße.

  • August 2019
    Tempus fugit, oder: Wer hat an der Uhr gedreht? Seit dreißig Jahren entwerfe ich Möbel, seit fast zwanzig Jahren Grafikdesign. Es wird mir nicht langweilig
    .

  • Februar 2020
    Eine weltweite Zäsur gibt uns Zeit nachzudenken. Was dabei herauskommt, ist jedermanns eigene Sache. Die meisten machen weiter als wäre nichts gewesen; ich fürchte ich gehöre dazu. Nichts ist schwerer zu verlassen als ein Hamsterrad, das man selbst gebaut hat.

  • Jänner 2021
    Gesamtkonzepte sind die Königsdisziplin des Design. Bin ich Königs genug? Nach dreißig Jahren richte ich wieder eine Arztpraxis ein, vom Logo bis zum Computertisch.

     

  • Mai 2022
    Design, revisited: Meine erste Möbelausstellung seit vielen Jahren. Wohin wird mich das bringen?

     

     

    to be continued!!

Andreas Hülber
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